Sonntag, 29. August 2010

Strickwerke gibt es heute keine...

... denn fertig wird diesen Monat wohl nichts mehr;
so viel wie in den letzten Tagen habe ich ganz sicher in den letzten 30 Jahren (zusammen!!!!)
nicht mehr "aufgezogen" (süddeutsch für : "geribbelt")!
- erst ein schnelles Häkelwerk; da wäre klar im Vorteil gewesen, wer die Anleitung richtig gelesen hätte...
aber sei es drum, als Meisterin im Häkeln würde ich mich ja auch nicht bezeichnen, nicht mal als Gesellin...
Dann der Pullover für mich,
bei Schachenmayer in der Restekiste, allerschönste Rowan-Einzelknäule und bei einer Farbe ein bisschen mehr;
Hefte gewälzt, Anleitungen gesucht, Ideen, überlegt, zusammengestellt;
und sogar: eine Maschenprobe gestrickt - ganz untypisch, bisher dachte ich, das sei nur was für Feiglinge;
ach wäre ich doch mutiger gewesen.
Also: Maschenprobe gestrickt, abgemessen an einem gut sitzenden Pullover...
munter losgestrickt, Rundnadeln, Muster.... die halbe Länge bis zum Armausschnitt -
mich durch die Nadel reingezwängt - es hing wie Sack, viel zu weit....; andersrum wäre es schlimmer gewesen... also:
aufgezogen bis zum Bund... neu gestrickt; Schultern zusammengenäht. Es passt -
welche Freude.
Dann der erste Ärmel - gestrickt, probiert, mit einem Schnitt verglichen;
reichen 43 cm Länge wirklich oder dürfen es einige Reihen mehr sein?
Leider habe ich mich für letzteres entschieden; die Armkugel dafür exakt nach Anleitung;
der Lohn: Sie ließ sich wunderbar in den Armausschnitt einstecken!
Aber dann: was ich schon befürchtet hatte - der Ärmel etwas eng, auf jeden Fall für meinen Geschmack.
Was ich nicht erwartet hatte: der Bund um 15 Reihen zu lang!
Umschlagen? Dann wäre die Bordüre verdeckt; und außerdem das Breitenproblem nicht gelöst.
Beschluss: Den zweiten Ärmel neu und breiter stricken, dann erst den ersten Ärmel aufziehen und neustricken.

Aber: Zur Erholung dazwischen ein kleines, feines, einfaches Tuch, das außerdem bis Dienstag fertigwerden sollte (und das, obwohl ich wirklich keine UFOS und keine WIPS habe und immer brav eines nach dem anderen stricke - das zeigt, wie groß die Not war!)
Gesagt, getan, es ging wunderbar, gestern abend;
Dreieckstuch, den glatten Teil der Traveling Woman; viele von euch kennen das Tuch,
wirklich ganz einfach.
Heute den ersten Mustersatz - da stimmt doch was nicht; das Tuch ist ungleich breit; nachgezählt,
Differenz von 10 Maschen, was nun gar nicht geht und nicht weggemogelt werden kann.
Wie es dazu gekommen ist, ist mir klar, braucht hier aber nicht mehr erörtert zu werden....
Aufgezogen - Auf Anfang -Neu Angeschlagen;
wieder aufgeholt; 6 Musterreihen, dann stelle ich fest: da ist ein Fehler drin!
Obwohl das Muster wirklich einfach ist!
Also: Wieder ein Stück (nur ein Stückdiesmal!) aufgezogen, neu gestrickt -
bis jetzt stimmt es!

Habe ich jetzt Stricken verlernt? Oder was ist los?

Und außerdem: Am Mittwoch spontan eine kleine Vormittagswanderung auf der Alb.
Viele, viele Motive für einen netten Bericht als Anregung für alle Wanderlustigen und Alb-Fans -
Aber: Frau hat vergessen, den Akku ihrer Kamera aufzuladen.
Seit Sonntag liegt er auf ihrem Schreibtisch, leer, völlig leer....leerer geht es nicht mehr...

und deshalb gibt es heute nur :
3 Bilder vom letzten Sonntag,
8 Uhr in der Früh, See, Wald, Blumen;
Sonne, Wärme -
wir erinnern uns dankbar....
war das der Sommer?





Ich verabschiede den August mit Erich Kästner:

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau'n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.

Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?

In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit,
Man ist gescheiter als gescheit, -
das Unverständliche bleibt unverständlich.

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle...

Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.


Damit verabschiede ich ganz langsam schon den August und erwarte den September.
Ich bedanke mich bei all den vielen Leserinnen und Lesern in diesem Monat, insbesondere bei allen, die kommentiert haben. Das freut mich immer sehr. Bekannte Orte tauchen auf im geographischen Verzeichnis der Besucher, immer wieder aber auch neue Städte und ferne Länder... Vertraute Leserinnen aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Tschechien, immer mal wieder: Haifa in Israel;
und manches mehr; ganz neu in dieser Woche: die Färoer Inseln. Schön, wie so weltweit ganz feine, leise Fäden gespannt werden; so fein wie die Spinnenfäden des Altweibersommers....

Kommentare:

Fee hat gesagt…

Na, da haben wir wohl ähnliche Wochenenden verbracht ;)

Auch bei mir wurde viel geribbelt. Ich kann dich beruhigen, verlernt zu stricken hast du mit Sicherheit nicht. Manchmal klappt's halt einfach nicht so. Ich fühle mich nun doch besser, dass ich mich zum ribbeln entschlossen habe, denn wenn andere auch den Fehler vielleicht nicht sehen, ich würde mich doch immer wieder dran stören.

Deine Bilder sind übrigens sehr schön geworden. Da wünschte ich mir, dass es aufhört zu regnen und man hier endlich mal wieder über die Straße kann, ohne sich gleich danach umziehen zu müssen ;-) Aber sicherlich wird es noch ein paar sonnigere Abschnitte geben, an denen dann der Altweibersommer hoffentlich noch ein wenig ausgekostet werden kann.

Weiterhin viel Spaß beim Stricken und liebe Grüße

Sabine

Sunsy hat gesagt…

Ich würde mir da jetzt keine großen Gedanken machen Ingrid. Das ist eben mal so - es gibt auch wieder andere Zeiten. Ich denke, es war einfach mal nicht deine Zeit :)

Sei ganz, ganz lieb gegrüßt
*tröst*
Sunsy