Dienstag, 31. Juli 2012

Der Juli...

... war wie immer der arbeitsreichste Monat des Jahres. Vor allem im Beruf; aber auch zuhause, im Haus, auf der Baustelle, im Garten.
Da wundert mich, wieviel Wolliges fertig wurde: 4 Paar Socken, 1 Häkeldecke, 1 Schal.1 Nadeletui.
823 g sogar (weil Häkeln Wolle "frisst").
Der letzte Tag des Juli brachte aber auch einen großen Einschnitt und Abschnitt. Das kleine große Kind,
das schon mal lange Monate weit im Süden, in Afrika, lebte, zieht es nun zum Studium in den Hohen Norden, ans Mare Balticum, die Ostsee... dorthin, wo die Menschen eine Sprache sprechen, die unserer sehr, sehr fremd ist; dorthin, wo es Granitfelsen gibt und Meer und Wald, Eulen, Elche und vielleicht auch
Heidelbeeren. ... Mein Herz und meine Gedanken ziehen mit.

Sonntag, 29. Juli 2012

Heidelbeeren mit Sahne....

... oder frischer Milch - daran erinnern mich diese Socken.
1. Zuerst zu den Socken:
Gestrickt aus handgefärbter Wolle von Heike, gekauft vor Jahren in den Anfängen meines Internet-Strickerinnen-Daseins. Ein Strang war schnell verstrickt, die anderen lagerten irgendwie immer unten... und sind ein absoluter Hochgenuss. Die Qualität des Garnes ist perfekt, fest, griffig und doch weich, Masche für Masche. Schon ungewaschen ist das Maschenbild vom feinsten.
Auch die Färbung finde ich sehr schön, feine Ringel, darunter das Weiß. Gut, dass ich noch einen Strang in Grüntönen habe! Und Gut, dass der Heidelbeerstrang gut ausgewogen ist, verbraucht sind nur 59 g; übrig noch 43!  Mit ein bisschen sahnigem Weiß (im Vorrat) reicht das nochmal ein Sockenpaar.

2. Dann zum Muster:
Was bei mir das Falsche Schwarzwaldzöpfle ist, heißt bei Friederike "Erlenzäpfchen".
Nur geht bei ihr das "unverzopfte" Gestrick über drei statt nur zwei Reihen. Es ist eines der alten Strick"rezepte" ihrer Großmutter. Früher gab es ja weniger die ausgefeilten Anleitungen und Hochglanzhefte,
auch kein ravelry und Internet, sondern die Grundmuster wurden weitergesagt, gemerkt, vielleicht aufgeschrieben, der Zettel, das Büchlein im Nähtisch verwahrt - und dann eingesetzt, wo es frau richtig schien, in Strümpfen, Jacken, Pullovern, für Kind, Mann und Frau.
Jedes Strickstück war ein Eigenentwurf und meist ein Unikat.
Friederike nun hatte die glänzende Idee, Bündchenmuster zu sammeln, anzustricken, zu zeigen und anzuleiten. Hier wird frau und man fündig! Danke, Friederike.
Ich habe nun nicht nur das Bündchen im vertrauten Muster, egal welchen Namens, gestrickt, sondern auf der
Vorderseite noch einen schmalen Musterstreifen runterlaufen lassen. Am Fuß habe ich das ganze dann in
glatt rechts mit je zwei linken Maschen aufgelöst.
Wenn die Socken wieder trocken sind, füge ich davon noch ein Bild ein.


3. Aber nun zu den Heidelbeeren oder Blaubeeren.
Sie gehören zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen.
Immer in den Sommerferien fuhren wir auf Urlaub zu den Großeltern in den Bayrischen Wald, mit dem Zug, vom Schwabenland. Zwei Kinder, Koffer, Taschen und Gepäck und mehrmals Umsteigen. Auf jeden Fall in Ulm, in München und in Plattling. Manchmal auch in Landshut. In Regen wurden wir dann abgeholt;
später oft schon in Plattling. Manchmal war nur wenig Zeit zum Umsteigen, der Zug verspätet, dann wurde es spannend, zumal, wenn beim Rennen auch noch das Kinderköfferle zu Boden fiel und Kind samt Kofferinhalt aufgeklaubt werden musste. Irgendwie haben wir es aber immer geschafft.
Im Urlaub ging es dann in den Wald, der war gleich neben dem Haus der Großeltern in der "Einschicht".
Die Großmutter sammelte fleißig Beeren, geschickt, schnell und gewandt und verkaufte das meiste davon dann an der Sammelstelle im Dorf. Sie war gut ausgerüstet, mit flinken Händen, einem Heidelbeerkamm, aus dem sie dann mit genau der richtigen Portion Atemluft immer wieder die Blättchen ausblies; das kleine Sammelgefäß war mit einem Gürtel um die Hüfte befestigt und wurde in regelmäßigen Abständen in den
großen Eimer umgefüllt. Ach, wie habe ich sie bewunderte, wie schnell und flink ging das - und wie mühsam bei mir, mit meinen kleinen Händen. Kaum eine Bodendecke brachte ich in meinem Gefäß zusammen, wenn das ihre schon voll war. (Vermutlich marschierte der Großteil der Heidelbeeren doch etwas höher in meinen Mund....).Zuhause gab es dann "Hoiberwacker" - dicke Pfannkuchen mit aufgestreuten Heidelbeeren, die in der Pfanne aufschmorten und Saft zogen, darüber Zucker und dazu ein Glas frische Milch. Daran erinnern
die Socken.
Am Tag vor der Heimreise wurde dann nicht nur gepackt und das große Gepäck bereits auf dem Bahnhof zum Transport aufgegeben. Nein, da ging es auch nochmal in den Wald, zum Heidelbeerpflücken.
Vater, Mutter und wir Kinder. Sorgsam verpackt in einen großen Spannkorb wurde auch die Heidelbeeren-Herrlichkeit über die Umsteigebahnhöfe getragen, unter Bänken oder in Gepäcknetzen verstaut. So genau weiß ich das nicht mehr, aber vermutlich hat meine Mutter dann - endlich zu Hause- , bevor sie sich über die Wäsche hermachte, in die Küche gestellt, den großen Topf geholt und Heidelbeermarmelade eingekocht.
Die gab es freilich nicht zum Frühstück, nicht aufs Brot, sondern als Aufstrich auf die Pfannkuchen, die es so ungefähr jede zweite Woche, immer Dienstags, zu Mittag gab.
Denn am Dienstag gab es ein "süßes Mittagessen". Bei uns wurde schwäbisch-traditionell gekocht:
Sonntags Braten mit Spätzle und Kartoffelsalat. Davor eine Suppe auf Fleischbrühbasis. Montags gab es die Reste. Von beidem. Und dienstags dann eben etwas Süßes. Pfannkuchen oder Reisauflauf.  Aber ich schweife ab.

4. Die Liebe zu selbstgepflückten  Heidelbeeren hat sich vererbt, aber nur selten gelang es mir mit meinen Kinder in ihren Genuss zu kommen, denn ach, die Ferien liegen so elend spät, dass die Zeit der Heidelbeeren oft schon vorbei war, wenn wir kamen. Vor einigen Jahren, als ich mit Mutter, Sohn und Nichte einige Tage
"im Woid" war, hofften der Sohn und ich wenigestens auf ein Becherle voll, auf dem Schachten, der Hochweide, auf dem Weg zum Falkenstein. Aber nix war es. Keine einzige war zu finden. Alles weg oder gar nicht dagewesen. Nur der Regen tröpfelte und tropfte  in Perlen, groß wie Heidelbeeren. So standen wir verfroren  auf dem Gipfel
und zogen - enttäuscht, weil ohne Heidelbeeren - wieder zu Tal!

Samstag, 28. Juli 2012

Ein gehäkeltes Nadeletui,....

.... das fehlte noch in meiner Sammlung, was vor allem daran lag, dass ich seit meiner schon lange verflossenen Jugend fast nicht mehr gehäkelt habe. Uncool und out. Erst in den letzten Jahren habe auch ich wieder gefallen daran gefunden, sowohl am Tun als auch an manchem Ergebnis. Auch wenn das Händchen immer noch nicht so locker häkelt wie strickt.

Die Anleitung für dieses Nadeletui stammt aus "Fantastische Ideen zum Häkeln", erhältlich im Zeitschriftenhandel.
Ich wollte ausprobieren.... vor allem für die Textil-Werkstatt, die ich ab kommendem Schuljahr 1mal in der
Woche betreuen darf. Für 5Klässler(innen). Dafür suche ich Ideen... und Material.... Wollreste... Werkzeuge. Mal sehen, wie es wird.
So ein Etui wäre doch schön für die Material-und Werkzeugschachtel, die alle Teilnehmer doch haben sollten.... ein Anfang.  
Gehäkelt aus: Resten bzw. einem halben Knäuel Catania von Schachenmayer und Cotton Glace von Rowan (dem Fabrikverkauf auf dem Weg von der Arbeit heim sei Dank!), 
dazu die 3er Häkelnadel, ein Stück Handarbeitsstoff (statt Filz) im Innenteil und 3 kleine Knöpfe aus der
großen Knopfkiste für die Blüten). Das war es schon.
Und natürlich noch: Stecknadeln... am besten mit farblich passendem Kopf!

Freitag, 27. Juli 2012

Zwei Paar Socken....

... wurden in den letzten Wochen fertig ... in den arbeitsreichsten des ganzen Jahres. Wie immer im Juli.
Ganz unterschiedlich im Stricken und im Ergebnis:
Die Ersten wie folgt:
Gr. 39
Nadeln 2,75mm
einfaches Zopfmuster
70g von Pandoras Sockenwolle, gekauft beim Schwarzwaldtreffen -
ein absoluter Genuss ...
... und ein wunderbares Maschenbild, auch schon vor dem Waschen; der Faden fest und rund und weich und gleichmäßig - genauso wie ich es mag.
Die Zweiten ganz anders:
Gr. 43
Nadeln 2,75mm
Anschlag: 64 M, 8er Rippe; 60 Reihen bis zum Beginn der Spitze
69 g von Lana Grossa Meilenweit Highland, schöne neblige, rauchige Farben... garniert mit dunklem Grau.
Der Faden fein mit weichem Flausch, oft spleißig, aber reißfest;
das Ganze sehr weich. Auch die Socke.

Das Maschenbild eine Katastrophe vor dem Waschen, danach war es besser, aber keineswegs, wie erwünscht. Schon ein großer Unterschied, obwohl dieselbe Strickerin am Werk war.
Und dann noch ein Knoten mit Farbwechsel kurz vor der Spitze, leider bei der ersten Socke, so dass ich bei der zweiten nochmal ein Stück aufziehen musste. Auch das mag ich so gar nicht.
Aber so ist es manchmal.
Dafür habe ich jetzt wieder ein besonders schönes Garn auf den Nadeln.

Sonntag, 15. Juli 2012

Aus passendem Anlass will ich heute gerne...

... auf einen Blog hinweisen, den ich immer wieder sehr gerne besuche:
Den Traumplatz - dreamersplace.
Immer wieder schön anzuschauen, ist was Steffi werkelt und so schön präsentiert.
Aber mehr noch: Ihre Werke sind für mich eine immer neu sprudelnde Quelle der Inspiration,
und so habe ich mich wieder einmal "anstecken" lassen....

Dieser Schal, nicht ganz so schön wie das Original, bei dem das helle Türkis die anderen Farben zum Leuchten bringt -
aber doch ganz schön geworden.
Gestrickt aus vielen kleinen Strängen des Collinette Creative Packs - Jitterbug Sockenwolle in Merinoqualität, 241 g aus dem Pfundpaket.
Weil heute das Wetter immer wieder mit dunklen Wolken und Regenschauern nicht nur droht,
habe ich mich beim Versuch im Freien zu fotografieren, ins Gewächshaus geflüchtet - und eben dort
weiterfotografiert.

Eine ganz besondere Stimmung unter Glas und drüber das Dach des Nussbaums. Bei Gurken und Tomaten und blühendem Salat.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Und noch einmal: Socken für die Wüste....

.... diesesmal in dezentem Jägergrün, also unpetinkt!!!! männertauglich, Größe 45, Sneakers, 50g.
Aber ganz ehrlich und ohne jedes Farb-Geläster:
Die Wolle war ein Traum: Ein uralter Rest, an einigen Stellen brüchig und aufspleißend - aber der Rest -
eine wunder zu verstrickende Qualität; ein Maschenbild vom Allerfeinsten -
und die grüne Melierung einfach harmonisch.
Ich finde sie schön! Auch wenn es etwas karg aussieht!

Dienstag, 10. Juli 2012

Fast leer....

... ist mein Korb mit Resten der 6fach Sockenwolle.
Das ist daraus entstanden:
4 große Granny Squares geben eine kleine Decke - 70 auf 70 im Quadrat.
Rest um Rest,
angefangen mit den ganz kleinen, bunten, 
dann die größeren, dazu einfarbige Reste von feiner Merino... so lange, bis es genug schien. 324 g insgesamt, gehäkelt mit Nadel 3,5mm
Die 4 Teile sind im Matrazenstich vernäht, gewaschen und gespannt.
Vorläufig bleiben sie als kleines Schaustück, davon später mehr - und gehen dann wohl in ein soziales Projekt. Bunt und fröhlich. Nur mein 6fachRestekorb enthält nur noch "mannerfreundliches" Garn,
fröhliches Jägergrün und Dunkelblau, dazu ein bisschen Grau. Immerhin.
Und für all die lieben Kommentare zu meinem Feldrandstrauß bedanke ich mich sehr. Ich freue mich darüber -und werde heute abend sicher auch den Blick auf den Strauß genießen. Danke.

Montag, 9. Juli 2012

Mit leeren Händen...

... bin ich gestern nachmittag losgegangen. Eine kurze Runde nur am Feld entlang, durch den Wald und an der Straße zurück ....
...  mit einer großen Handvoll Blumen vom Wegrand....

dazu noch einige Mohnstängel aus dem Garten .... und 8 Funkienblättern als Manschette ....

der Sonntagsstrauß als guter Auftakt in die neue Woche.
So soll es sein. Am Sonntag, mit dem die Woche beginnt. Jede Woche.

Immer wieder mal einige Runden...

... gibt schließlich auch ein Stück und irgendwann sogar ein Sockenpaar,
so wie dieses .....
Gr. 43/44, eine schöne weiche Regia,
verziert an je einer  Seite mit einer Kombination aus kleiner Raute und Zopf.
Und:
Das Muster schluckt ganz schön Wolle (oder die Socken sind ein bissle länger am Schaft ....) - ganze 92 g
PS: Fast noch länger als zum Stricken benötigten die gewaschenen Socken zum Trocknen, so feucht war das Wetter vergangene Woche...

Sonntag, 8. Juli 2012

Viele "Großbaustellen"....

... der unterschiedlichsten privaten und beruflichen Art haben uns in den letzten Wochen oder gar Monaten
"auf Trab" gehalten. Manches neigt sich dem Ende zu, anderes wird noch seine Zeit dauern.
Immerhin haben wir nun wieder ein ordentliches Dach über dem Kopf!
Der Garten ... da wächst uns wuchert es bei diesem feucht-warmen Wetter. So stelle ich mir die Tropen vor.
Manche Ecken haben durchaus Urwaldcharakter; zwischen die Beerensträucher traue ich mich nur mit
langen Hosen, Gärtnerschürze und festem Schuhwerk ... und auch nur, wenn es gerade nicht geregnet hat....
Immerhin - die Johannisbeeren sind nun abgeerntet - schwarze, weiße, rote...
Daraus ist entstanden.
- Aus Schwarz: Gelee, nach bewährt einfachem Rezept, ohne Schnickschnack, einfach wunderbar
- Weiß mit ein bissle Rot: Saft zum Aufgießen mit Sprudel, Weißwein oder Sekt - und manchmal mische ich
  einfach, was da steht: Wasser, Saft, ein bissle Wein, wenn es sein muss auch Roten oder auch einen Schuss
  Apfelsaft. Das schmeckt! Wirklich! Ganz natürlich, nix drin außer echtem Saft und etwas Zucker.
- Rot: Fruchtmark. Letztes Jahr probiert, im Winter für sehr gut befunden - und deshalb wieder so gemacht.
Dazu werden die Johannisbeeren mit Stiel gewaschen, mit dem Stabmixer angemixt und durch die Flotte Lotte passiert, in Dosen gefüllt und eingefroren. Gut zu Joghurt, Quark, Eis oder auch über einen Vanillepudding; alles ganz pur, gezuckert wird erst bei der Verwendung, wenn überhaupt;
außerdem: einige Gläser Gelee und einige Gläser Gsälz aus dem Fruchtmark.
- und schließlich noch aus Saft und einigen ganzen Früchten: Rote Grütze; ebenfalls ganz einfach.
Frau nehme:
ca. 1/2 Liter des selbst hergestellten Saftes,
wenn noch nicht gesüßt etwas Zucker,
2 EL Stärke, z.B. Reismehl oder Kartoffelmehl oder Weizenstärke.
Sie rühre die Stärke mit Saft oder fruchtigem Likör an;
koche den Saft auf, rühre die sehr gut glatt gerührte Stärke unter, lasse das Kochgut wenige Minuten durchkochen, gebe gemischte Beeren nach Wahl (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, was auch immer ...) hinzu, rühre noch einmal durch.
Das Ganze kommt dann in eine kalte Schüssel und nach einiger Zeit des Abkühlens in den Kühlschrank,
zum Festwerden.
Ein feiner Nachtisch für das Sonntagsessen, wer mag mit Vanillesauce oder Sahne oder einfach guter Milch
obendrüber! Nur glasklar wurde sie nicht; ob das am Reismehl liegt?


Nach all dieser Arbeit, dem anschließenden Spülen und Putzen, habe ich noch eine abendliche Runde durch den Garten gedreht, viele Zucchinis geerntet

und fotografiert, was ich beim Beerenpflücken im hintersten Winkel als neuen Gartenbewohner entdeckt habe... frisch eingezogen aus dem Garten der Nachbarin...
die Weberkarde...

Ist sie nicht schön?