Dienstag, 31. März 2020

Lass Rosen blühen...

Ich hatte da noch ein großes Restestück dieses schönen Dekostoffes.
Zwei Tischläufer hatte ich daraus genännt und nun hoch ein Kissen.
Der Rest vom Rest reichte dann nach und nach für zwei schöne "Projekttaschen".
In der großen Tasche ist ein Teil der "Wollreste", die ich mir aus meinen Schachteln zusammengesucht habe. Eine Babyjacke nach bewährter Anleitung möchte ich stricken, und muss dazu tatsächlich auf Reste zurückgreifen; die etwas größeren Bestände sind leider nicht in den Farben, die ich gerne hätte.
Aber sei es drum. Es wird schon werden und hoffentlich schön.

Damit es besonders schön wird, habe ich fürs Innenleben einen sehr feinen schöngemusterten Stoff verwendet; einen von denen, bei denen frau sich überlegt, ob sie ihn wirklich zerschneiden kann.....

Die kleine Tasche habe ich verschenkt. An die erkrankte Freundin, die sich sehr darüber gefreut hat.


"Männerfarben"lastig....

liegen sie da, die kleinen und größeren Sockenwollrestknäuel.
 Bunte Reste habe ich zur Zeit gar keine.
Man merkt, ich stricke meist für Männer und bekomme immer mal wieder auch Reste geschenkt von Strickerinnen, die wohl ebenso meist für Männer stricken.
Macht nix, ich stricke sie ja so gerne. Die dicken Socken für den handwerkenden Sohn und auch für anderen Männer, die sie brauchen können.
So stricke ich nun dahin, parallel auf zwei Nadelspielen
damit die Farben einigermaßen zueinander passen und das Ganze doch harmonisch und schön wird.
Da der Vorrat des handwerkenden Sohnes groß ist, will ich einen Vorrat für den kommenden Herbst anlegen, für die Wohnsitzlosenhilfe.

Montag, 30. März 2020

Hoffnungsanzeichen....

Am Samstag habe ich im Garten gearbeitet.
Da mein Frühbeet nun gut bestückt ist, wollte ich die Setzware, die der Gatte vom Wochenmarkt mitgebracht hatte (Salat und Kohlrabi) ins Gewächshaus pflanzen.
Davor allerdings war das Gewächshaus gründlich zu entrümpen und aufzuräumen.
Als  nächster Schritt war das Bearbeiten des Bodenstückes, in das ich die Setzlinge pflanzen wollte, dran: Auflockern, Hacken, Bewässern. Unkraut (Sauerklee!!!!!!Er blühte schon!!!)) entfernen.
Ganz in der Ecke entdeckte ich auf völlig ausgetrocknetem Boden diese zarte Pflanze,
gekeimt aus ausgefallenem Samen vom Salat des letzten Jahres.
Ich nehme es als Geschenk und Hoffnungszeichen!

Sonntag, 29. März 2020

Ein Wort zum Sonntag Judika


Gestern abend haben wir gesungen. Auf dem Balkon, so wie jeden Abend: "Der Mond ist aufgangen". Dabei haben wir den Mond gesehen, hoch oben im sich nachtblau färbend Himmel: Eine schmale Sichel und daneben der Abendstern.
Die Sichel kündet vom zunehmenden Mond. Am 8. April, einem Mittwoch, ist Vollmond -
und dann kommt Ostern. Ostern ist der 1. Sonntag nach Frühlingsvollmond. So lautet der Merkvers, den meine 5Klässler lernen.
Aber - wie wird das sein, in diesem Jahr? Ein Ostern ohne.... all das, was mir und vielen so lieb und teuer ist. Das traditionelle Kräuterkäsevesper bei der Oma, zu dem auch die auswärtigen Enkel anreisen, ist abgesagt, wie wohl auch alle anderen familiären Besuche und Osterspaziergänge.
Die Kirchen bleiben geschlossen. Unser Osternachtgottesdienst morgens um 5, Taizégesänge mit der noch müden Gemeinde - das Hereintragen der Osterkerzen und der strahlende Jubel der Posaunen, Tauferinnerung und Segen, anschließend das gemeinsame Frühstück im Gemeindehaus.  Das Alles können wir ertragen, auch in österlichem Verzicht -
und hoffen, dass es nicht schlimmer kommt. Da ist die Angst.
Die Einsamkeit, die viele schon nicht mehr aushalten, und die kippen kann in zunehmende Aggressivtät. Ich wohne an einer Ortsdurchfahrt mit viel Verkehr und merke das an der Art des Autofahrens. Schon wieder. Leute, reißt euch zusammen. Das Auto ist kein Mittel zum Abbau von Spannung. Jetzt erst recht nicht!
Auch der Brotdoc berichtet Ähnliches und als "Doc", als Allgemeinmediziner steht er mitten drin - und rät zu sinnlich-sinnstiftenden Mitteln gegen den Lagerkoller, zum Brotbacken,
zum Osterzopfbacken.
Seinen Beitrag verlinke ich gerne!


Und Sara backt Brot - so wird im 1. Buch Mose/Genesis erzählt (Kap. 18), als Gott mit seinen Boten den Abraham besucht und mit ihm tafelt. Gastfreundlich ist Abraham und Gott mit seinen Boten ein guter Gast.

Jesus sagt, das Reich Gottes gleiche einer Frau, die Sauerteig nimmt und unter das Mehl mischt und wartet bis es durchsäuert ist und es dann bäckt.

Brotbacken, Kuchen backen ist eine gute Tradition. Da kann ich und viele von euch, die hier lesen, mitreden. Auch im Kollegenkreis kommt ein mitgebrachtes, miteinander geteiltes Gebäck  sehr gut an. Kollegen und Kollegien, in der Schule oder im Betrieb, sind meist ein
gefrässig-genießendes Volk.
Miteinander essen stiftet Gemeinschaft. Ich war einmal am Hohen Friedensfest in Augsburg.
Der 8. August ist in Augsburg gesetzlicher Feiertag, seit dem Ende des 30jährigen Krieges als Dank für den neuen, zerbrechlichen Frieden. Bis heute wird er gefeiert. In den Kirchen der Stadt finden Gottesdienste statt. Meine Tochter und ich haben den evangelischen Gottesdienst im "Ulrich" besucht. Viele Augsburger Bürgerinnen brachten den sorgsam und schön abgedeckten Picknickkorb schon in den Gottesdienst mit. Denn danach geht es auf den Rathausplatz. Dort stehen viele Tische. Man setzt sich und teilt, was man mitbringt.

Nach dem Ende unserer 1. (missglückten, aber das wussten wir damals natürlich noch nicht)
haben wir, die Lehrer-und Schülerschaft, ganz ähnlich miteinander gefeiert. An langen Tafeln, die durch die Gänge des Schulhauses aufgebaut waren - und bunt gemischt, sortiert nach dem Anfangsbuchstaben des Vornamens. Fast jeder brachte etwas mit und alle wurden satt. Das etwas reichte vom einfachen Brötchen über das Nutella bis zu der mehrstöckigen Torte, die die Meisterbäckerinnen aus der damaligen 10a hereintänzelten.

Aber auch in schweren Zeiten hält Essen und Trinken nicht nur Leib und Seele, sondern auch die Gemeinschaft zusammen. Da haben wir alle unsere Geschichten.

Dienstag, 24. März 2020

Socken - dick und dünn...

Auf Ostern gibt es die Frühlingssneakers...
gestrickt aus Resten (hier:41g für Größe 45),
mit kurzem Bund, den ich rechtsverschränkt gestrickt habe, damit die Elastizität hoch bleibt.

Die dicken Socken kommt dann in den Wintervorrat;
nach bewährter Rezeptur aus doppelt genommenen 4fach Garn:
48 Maschen, 118 g für Größe 44.
Ansonsten habe ich mal in Wollkisten gekramt, genauer in den Restkisten und neues Material zusammengesucht; ebenso in den Stoffschachteln auf  der Suche nach etwas festerem Stoff für eine Küchenschürze!!!!
Da der Gatte nächste Woche in Rente geht und seit Monatsanfang Resturlaub hat und ich
von zu Hause aus die Bildung mit am Laufen halte, wird viel gekocht und auch gebacken; Brot vor allem. Mit sehr feinem, wohlriechenden Sauerteig, den ich kurz vorder CoronaZeit angesetzt habe. Aber leider, leider - wir besitzen zusammen nur eine ordentliche Küchenschürze.
Auch eine solche stand schon lange auf meinem Einkaufsplan; aber weil ich  lange krank war, hat das ebenso wenig geklappt wie die Weihnachtsgeschenk-Uhr.
Das mit der Küchenschürze dürfte sich hoffentlich leichter lösen lassen. Ein etwas festerer Stoff hat sich gefunden. Der wird jetzt vorgewaschen. Die Küchenschürze wird ebenfalls von all den Mehl-und sonstigen Flecken befreit, im Wind getrocknet  - und dient dann als Maß und Anschauungsobjekt. Ich werde berichten.

Was ich allerdings kurz vor Schulschluss noch gekauft habe, ist die aktuelle Burda. Und da findet sich ein Kleid, das mir sehr.... gut gefällt und als "easy" bezeichnet wird. Wenn nur das Abzeichnen nicht wäre, aber auch das ist in diesem Fall weder viel noch kompliziert. "Easy hoffentlich". Stoff und Faden sind auch in diesem Fall da. Und irgendeine Vlieseline vermutlich auch.




Samstag, 21. März 2020

Lätare! Freuet euch! - Das Wort zum Sonntag

Lätare! Freuet euch!
So nennen Christen aller Konfessionen den 4. Sonntag der Passionszeit.
Mitten in der Passionszeit - ein Freudentag! Lätare! Freuet euch!
Kann das denn sein? Ja, es ist so. Da schimmert durch all das Leid, an das wir in der
Passionszeit erinnern und erinnert werden etwas durch.
Angst, Unsicherheit, Hoffnung und Scheitern, Verzweiflung, Verrat, Trennung und Einsamkeit sind mächtig. Sie bestimmen und kontrollieren das Leben. Strukturen der Sicherheit, des Vertrauens, des Glaubens lösen sich auf und werden zu wabernder Dunkelheit.
.
Hoffnung nimmt ab, Angst nimmt zu. Auch unter und in denen, die mit Jesus unterwegs waren, auch in Jesus selbst. Seine Angst und Verzweiflung kulminiert in jener Nacht im Garten Gethsemane, in der er ringt mit sich, seiner Angst, mit Gott. Da ist kein Mensch. Keine/r, der mit ihm wacht.

Lätare!Freuet euch!
Christen gründen ihren Glauben darauf, dass da mehr ist; eine Hoffnung, die etwas größer ist als die Angst. In der Liturgie des Kirchenjahres wird an Lätare innegehalten, angehalten,
auf Ostern ausgeblickt; fast könnte man sagen, über den Karfreitag hinüber.
Lätare kündet schon von Leben gegen den Tod, von neuer Gemeinschaft gegen die Einsamkeit.

Lätare! Freuet euch!
Kirche ist die Gemeinschaft, in der Hoffnung etwas größer ist als die Angst.
Ein Satz von Wolfgang Huber, dem ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD;
ein Satz, der mich ein ganzes Berufsleben in Kirche und Theologie begleitet und trägt.

In diesen Tagen ist unsere Gemeinschaft eine andere. Gottesdienste in Kirchen können
nicht miteinander gefeiert werden. Das tut weh. Aber es ist notwendig, um der Liebe willen.
Unsere Gemeinschaft muss - vorübergehend - eine andere sein.
Klein, sehr klein - und angebunden zugleich. Der Technik sei Dank - und den Menschen, sie bedienen!

Lätare! Freuet euch!
Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Jes 66, in den Versen 10-14.
Hier ein Auszug:
 Freut euch mit Jerusalem und jauchzet alle, die ihr sie liebt
 Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr um sie trauert!
 Weil ihr saugen dürft und euch sättigen an den Brüsten ihres Trostes,
 weil ihr schlürfen dürft und euch erquicken an ihrer glänzenden Mutterbrust.
....
denn, so spricht Gott. "Wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten."

Wer den ganzen Text nachliest, stellt fest, das dies ein seltsamer Text ist, ein seltsam
schwieriger Text.
Da ist von Jerusalem die Rede, von Zion, dem Berggipfel, dem Ort, an  dem man sich Gott
ganz  besonders verbunden glaubte; wo Gott im  Tempel gegenwärtig galt.
Viele Berge gelten als Gottesberge. Zur Zeit des Propheten aber, war der Tempel auf dem Zion zerstört, die Stadt lag in Trümmern, das Land war verwüstet, auch wenn die große Katastrophe
der Verschleppung in ein fremdes Land  vorüber war. Würde man es schaffen, aufzubauen, was zerstört war? Die Steine, die Menschen, die Gemeinschaft?
Und nun vergleicht und verbindet Jesaja den Berg Zion und die Stadt Jerusalem mit dem Leben, ganz konkret und elementar und zwar an der Stelle, an der jedes Leben beginnt.
Mit der Geburt eines Menschen.
Aber Jesaja spricht nicht von einem neugeborenen Kind, sondern von der Mutter. Er spricht von Wehen, Geburt, Durchbrechen und Gebären. Er (oder sie) kennt sich aus und spricht von dem, was nach der Geburt kommt, vom Saugen und Schlürfen des Kindes an der Brust der Mutter.
Er spricht von der Brust des Trostes und der reichen Mutterbrust und weist dies alles Zion zu,
dem Ort, am dem Gott ist.
Ich ahne und begreife, dass das ein sehr gottmütterliches Bild  ist, denn in Vers 13 spricht Gott von sich:
"Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet."

Ein guter Satz in schwerer Zeit.
Ein Vers für kleine Kinder und große Kinder, denn jeder Mensch hat eine Mutter.

In diesen Tagen sorgen sich Mütter um Kinder und Kinder um Mütter und Großmütter.
Da sorgen sich Großmütter um Enkel, auf deren körperliche Nähe sie verzichten müssen.
(und für Väter und Großväter gilt natürlich das Gleiche).
Vielleicht erinnern wir großen Kinder, wie das war - von der Mutter getröstet zu werden,
mit all unseren großen und kleinen Sorgen und Kümmernissen.
Mütter und Väter sorgen sich auch in diesen Tagen um ihre Kinder.
Mütter sagt man oft nach, sie seien überbesorgt. Aber können Mütter (und auch Väter) denn über-besorgt sein? Kinder sind doch das Kostbarste, das Mütter und Väter haben.
Sie haben es - und haben es doch nicht. Sie müssen lernen, ihre Kinder loszulassen. Die Kleinen, wenn sie die ersten eigenen Schritte tun, erst an der Hand - und dann ohne die haltende Hand. Und die großen Kinder müssen erst recht ihre eigenen Schritte tun können. Nicht immer müssen sie daran erinnert werden, dass wir uns Sorgen machen um sie und schon gar nicht, dass sie es sind, die uns Sorgen machen. Über-besorgt ? Nein, denn auch  Gott in seiner/ihrer Mütterlichkeit sorgt sich um uns und lässt uns doch Freiheit.

In diesen Tagen müssen wir Abstand halten, oft sogar von unseren Kindern oder den alten Eltern.
Allein unsere Gegenwart könnte sie in Gefahr bringen. Es ist schwer loszulassen, zu
vertrauen und anzuvertrauen.Nur noch wenig können wir aneinander und füreinander tun.
Keine Umarmung, kein Händedruck, kein Streicheln. Abstand ist das Gebot der Stunde.

Sehr, sehr vorsichtig und achtsam  lese ich diesen Text:
"Gott spricht: " Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet."
Alles hat seine Zeit. Jetzt ist Zeit  sich fallen zu lassen, sich einzuschmiegen in die mütterlichen und väterlichen Arme Gottes. Zum Trost und zur Stärkung und zum Durchhalten.

Lätare! Freuet Euch! Einen gesegneten Sonntag und Gott befohlen!