Montag, 20. Mai 2019

Wird hier noch gestrickt?

 Markennennung und Verlinkung zur Anleitung - also: Achtung Werbung!

Ja, es wird, aber es gab nichts zu zeigen.
So ist das bei großen Strickstücken. Da braucht auch Frau Allerleisocken manchmal so ihre 4 Wochen,
zumal, wenn es auch sonst sehr viel zu tun gibt, im Haus und ums Haus herum, am Schreibtisch und außer Haus.
Dancing Girl - ich durfte den neuesten Entwurf von Jutta (HintermStein) in ihrer ravelry-Gruppe testen.
(Link folgt unten)

Da ich zuvor den von ihr entworfenen Summersquare fertiggestrickt hatte, bin ich den Testerinnen, die sofort begonnen hatten, etwas hinterhergehinkt; kannte aber Juttas Weise die Schulter zu gestalten schon.
Der Pullover kommt fast ohne Nähte aus, beginnt von oben, bei den weit überschnittenen Schultern.

Da der Rowan Felted Tweed laut Angabe und meiner Maschenprobe genau zu Juttas Vorschlag passte,
wollte ich  gerne Teile meiner großen Sammlung  dieses Garns verwenden und  hätte auch ausreichend Garn
1 Farbe für diesen Pullover gehabt, allerdings in unterschiedlichen Partien/Farbbädern. So musste ich mir etwas überlegen.
Der obere Teil ist aus 3 Knäueln derselben Partie gestrickt,
dann folgen je 1 Knäuel 1 Partie, abgegrenzt durch eine Knötchenreihe in Kontratfarbe, mosaikgestrickt.
Die feinen Farbunterschiede zwischen den Partien sind damit im Übergang überhaupt nicht erkennbar.

Die angestrickten Ärmel habe ich in einer weiteren Kontrastfarbe gestrickt und unten in den Bündchen mit der Hauptfarbe abgeschlossen.
360 g  wiegt das fertige Stück in Größe L ( weit und überschnitten,
der Rowan Felted Tweed hat eine sehr lange Läuflänge. 

Dancing Girls - die tauchen oben in der Schulter auf, als Mosaikeinstrickmuster, eine Technik, die ich
ganz neu ausprobiert habe und die mir gut gefällt.
Die Dancing Girls - die sind der Clou und die besondere Zierde dieses Pullovers,
zumal wenn er einfarbig gestrickt wird.
Ich danke Jutta sehr herzlich für diesen Entwurf und die Möglichkeit zum Test. Die Anleitung ist klar und gut verständlich und sehr ausführlich.
Ich verlinke sie daher hier gerne. 

Sonntag, 19. Mai 2019

Taubergießen - Teil 2: Schwanenweiß und grün


Ein Auenwald im Mai, Wolken, Sonne, Licht, Frühlingsgrün...
auch das findet sich im Taubergießen.
Wir sind weitergewandert, von den Orchideenwiesen geradeaus nach Westen, Richtung Rhein,
Richtung Frankreich.
Über einen kleinen Hochwasserdamm kommt man in den Auenwald. Im Sommer ist da wohl eine rechte Mückenplage, jetzt war die perfekte Jahreszeit zum  Gehen, Schauen, Fotografieren.



 Immer wieder überquerten wir die Wasserarme des Altrheins, sei es über eine Furt, 
sei es über Brücken.
Immer wieder der Blick aufs Wasser und seine Spiegelbilder;
aufs Wasser, wie es sich bewegt
und was sich auf ihm bewegt und seinen Weg sucht -  wie der einsame Schwan, der ins Bild schwamm und es schnell wieder verließ, dem anderen Wasserarm folgend....


Schließlich gelangten wir über den Auwald zum Rhein. Drüben in Frankreich setzt sich der Auwald fort.
Und dann, ja dann, dann sahen wir  sie: gut 50 Schwäne. Ich habe sie gezählt.
Wir trauten uns vorsichtig gehend auf dem Uferweg weiter, beobachteten, fotografierten,
wie sie das schwammen, scheinbar wirr und doch geordnet,
stromaufwärts gegen die Strömung und den Wind,
suchend, fressend -
und dann ließen sie sich zurücktreiben. Einfach so. Mühelos...
um sich wieder so sammeln und das Wasserspiel erneut zu beginnen.... die Junggesellen...
Einen brütenden Schwan auf einem riesigen Nest, den oder die haben wir auch gesehen, durch das Schilf hindurch....
Erfüllt mit Bildern, den inneren und denen auf unseren Kameras gingen wir zurück zum Auto,
was auch gut war, denn mit mächtigen schwarzen Wolken näherten sich die angekündigten Gewitter von
Frankreich her. Die Vogesen, die wir am morgen bei klarster Sicht mit ihren Schneehauben bewunderten hatten,  waren verborgen. Es regnete, so dass wir dann zum gemütlichen Teil des Wochenendes übergehen konnten, mit Wolle und Nadeln auf dem Sofa, 2 ganz alte und miteinander älter gewordene Freundinnen.
Auch das ist ein Geschenk. 

Samstag, 18. Mai 2019

Im Taubergießen.... Teil 1: Traurig

.... war ich letzte Woche. Ich mag den Wald, ich mag die Wiesen, ich mag Wasser; gerne auch alles miteinander und in einer Wanderung. Moore und Auwälder mag ich ganz besonders, den Soomaa-Nationalpark in Estland zum Beispiel. Oder die Hochmoore im Bayerischen Wald.
Näher liegt das Taubergießen. Da wollte ich schon lange mal hin, auf einer meiner Frühlingswanderungen im Badischen. Letztes Wochenende war es dann so weit. Lange schon hatte ich mich darauf gefreut.
Das Taubergießen ist ein Naturschutzgebiet entlang des Oberrheines - Altrheinarme, eingebettet in Auwälder.
Das Taubergießen ist in den letzten 10 Tagen mindestens hier im Süden überregional in den Medien präsent.
Leider. Den dort, im absolut geschützten Gebiet, wurden ca. 3000 streng geschützte und äußerst seltene
Orchideen frevlerisch ausgegraben, gestohlen. Das ist ein Verbrechen und war wohl gut geplant und organisiert. So sieht das dann aus, aus der Nähe....
 Frau beginnt und zählt die Löcher, derf Blick geht konzentrisch kreisend weiter, zählt, 1,2,3,....10....100....
Stängel und Blüten sind zerfetzt und blieben liegen.
Es geht um die Knollen. Was mit ihnen geschieht? Orchideenschwarzmarkt? Potenzmittel für Fernost?
Ich kann das nicht beurteilen. Es braucht wohl mehr Schutz; es gelingt den zuständigen Behörden hoffentlich,
endlich eine Rangerstelle für dieses Gebiet zu schaffen und zu besetzen. Es braucht Sensibilität und Aufmerksamkeit bei denen, die dort unterwegs sind.
Ob es gelingt, endlich ein Umdenken in unserer Gesellschaft zu erreichen?
Die Natur und wir, denn wir sind nichts anderes als ein Teil der Natur, braucht das. Endlich und sofort.

Die andere Seite, das was uns große Freude gemacht hat, das zeige ich morgen. 

Freitag, 17. Mai 2019

Einen Wiesenstrauß...

... habe ich in diesen Tagen auf dem Tisch.
Margariten von der einen, Wiesensalbei von der anderen Wiese. Sie wachsen je in großen blauen Flecken
konzentriert oder wie ausgeschüttelt über die ganze Wiese. Dazu Wiesenkerbel und einige feine Glöckchen
und eine Wiesenskabiose.

Zwei große Büschel, locker zusammengestellt.
Mehr nicht. Das reicht.
 
Ich freue mich sehr an diesem Strauß und verlinke gerne bei Helgas Freitagsblumen.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Der Mai....

Einen fröhlichen Mai wünsche ich Allen, die hier mitlesen.
Heute zeigt sich der Mai von seiner schönsten, wenn auch noch etwas kühlen Seite.

Und mit Maiglöckchen. Die mag ich sehr. Ihre feinen Kelche, das schöne, helle Weiß und den ganz besonderen Duft. Der gehört einfach zum Mai.
So wie der Duft des Flieders - und das Gedicht von Erich Kästner - Der Mai, der Mozart des Kalenders...

Sonntag, 28. April 2019

Das Beffchen....

... ist eigentlich das einzige Kleidungsstück  in meinem Hause, das regelmäßig  mit Sprühstärke  gestärkt wird.
 
Aber was ist ein Beffchen?
Das Beffchen gehört aufgrund einer königlichen Anordnung aus dem 19. Jahrhundert (damals, als in Preußen und anderswo "Thron und Altar" noch eine Einheit bildeten...) zur liturgischen Gewandung der evangelischen Geistlichen. Das Beffchen liegt auf dem schwarzen Talar auf bzw. hinge, wenn nicht gestärkt, traurig vom Hals herab. Zwei Stoffstreifen mit Beiwerk zum Binden, Einhängen, Einknöpfen, je nachdem...
Für weitere Informationen und Erklärungen verweise ich auf diesen Artikel, den zwei Kollegen aus dem Verein für württembergische Kirchengeschichte geschrieben und über das landeskirchliche Archiv veröffentlicht haben. Da findet sich  alles, was es über Talar und Beffchen zu wissen gibt und auch noch ein bisschen mehr. Zum Beispiel wird dort auch die Albe erwähnt, das weiße Chorhemd, das ich  als junge Vikarin nach dem örtlichem Gebrauch meiner Ausbildungsgemeinde bei Taufe und Abendmahl noch getragen habe. Sehr gut von der damaligen Mesnerin in aufwändiger Arbeit gepflegt, gewaschen und gebügelt,
hing die Albe im Schrank der Sakristei und wurde zu Taufe und Abendmahl rechtzeitig herausgeholt.
Heute wird es auch dort nicht mehr verwendet.

Aber zurück zum Beffchen.
Talar und Beffchen gehören im evangelischen Bereich (mindestens soweit ich das weiß) zum Privatbesitz
der jeweiligen Geistlichen.
Mein Talar hat ungefähr so viel gekostet wie mein Brautkleid,. das nur mal ganz nebenbei. Erstklassiges Material und sehr gute handwerkliche Verarbeitung. Und - bei der Recherche für diesen Artikel habe ich gelesen, dass der Kragen für recht wenig Geld ausgetauscht, also neugefertigt werden kann!
Das überlege ich mir tatsächlich, denn als ich neulich den Kragen inspiziert habe ( weil ich einen Knopf annähen musste), sah ich, dass da doch einiges an Materialermüdung, Rissen und so erkennbar ist. 

Da ich einer lutherischen Landeskirche angehöre, trage ich auch die lutherische Form des Beffchens,
zwei Stoffstreifen, offen.
Wenn so ein Beffchen aus der Wäsche kommt, dann sieht es etwa so aus.
Dieses Beffchen in eine ordentliche Form und Optik zu bringen, war früher Aufgabe und Visitenkarte einer Pfarrfrau. Ob das heute noch so ist?
Ich weiß jedenfalls - Sprühstärke ist bei diesem Geschäft unverzichtbar! Und eine gesäuberte Bügeleisenfläche! Und ein absolut sauberes Bügeltuch! Diese drei! Unverzichtbar!!! Wie das Foto zeigt,
haften auch feinste Stofffädchen und andere Fussel am Beffchen!
 (Ich ergänze: Mit Bügeltuch meine ich die Unterlage, auf der ich bügle, nicht ein Tuch drüber zum "Dämpfen". Aber das wäre auch eine gute Idee. Dann wären es schon vier!)

 Aufbewahrt werden meine 6 Beffchen  in einer feinen kleinen Schachtel,
die Reservebeffchen nur grob gebügelt,
oben auf eines, das sofort einsatzfähig wäre, wenn es gebraucht wird. Oft brauche ich es ja nicht.
Und unten drunter, ja, da liegen Taufanzug und -mützchen  meiner Kinder. Auch in weiß...