Donnerstag, 15. November 2018

Die kleine Tasche in der großen Tasche....

... ist manchmal ganz nützlich,
für all den Kleinkram wie Halsbonbons, Medikamente, Büroklammer, Lippenstift..
.
und manchmal einfach auch schön,
zu haben, zu nähen, zu verschenken.
Mit dem Stoff habe ich schon im Frühjahr genäht,
etwas größer, mit mehr Details -
auch der feine graue Rosenstoff als Futter gefällt mir immer wieder gut.

Dienstag, 13. November 2018

Etwas mit Filz gestalten.....

lautet eine der Aufgaben in Barbaras Handarbeitsbingo.
Da darf ich nun auch ein Kreuzlein machen, denn
1. besteht der Unterteil des kleinen Täschchens aus schlichtem rotem Bastelfilz
2. habe ich auf den Edelweißstoff ein rotes Herz appliziert.
Dazu ein roter Reissverschluss - und vor allem den schönen alten Edelweissknopf,
der sich in der Dose fand, die mir meine liebe schon lange verstorbene Nachbarin Frau S.
vor vielen Jahren geschenkt hat.

Auch in Weimar....

leuchteten  am Wochenende viele Lichter,
bei der ökumenischen Martinsfeier vor der Stadtkirche.
Auch dort wurde an den Frieden erinnert, daran wie der Soldat Martin schließlich andere Wege ging, Wege des Friedens.
Viele Kinder und Erwachsene hatten sich versammelt, Laternen-und Martinslieder gesungen, das Licht leuchten lassen. Auch wir haben zu viert kräftig mitgesungen.
Ein freudiger Anlass war Grund unserer Wochenendreise nach Weimar,
die Graduiertenfeier 2018 der Bauhaus Universität Weimar.
Wir haben nun eine weitere Ingenieurin in der Familie und sind als Eltern stolz und froh -
und haben das Wochenende in dieser schönen Stadt sehr genossen.




Wilhelm H.

Auch in meinem Fenster brannte am Sonntagabend, am Abend des 11.11.2018 eine Kerze,
zum Gedenken an das Ende des Erste Weltkrieges vor 100 Jahren.

Erst seit dem Sommer 2015 ist mir klar, wie sehr dieser Krieg auch mit meiner Geschichte zu tun hat.

Diese Kerze steht für Wilhelm H. und für viele...
Wilhelm H. war einer der vielen sehr jungen Soldaten, die in diesem Krieg gestorben sind.
Er starb, so steht es in seiner/meiner Familienchronik,
"im Alter von 17 Jahren  durch Herzschuss in Russland".
Sein Name steht  auf einer Tafel im Turmbogen meiner Heimatkirche, neben zu vielen anderen Namen. Einer von 63.

Wilhelm H. starb im Alter von 17 Jahren durch Herzschuss in Russland.
Er war Kind sogenannter einfacher Leute.
Sein Vater war Schäfer, Wanderschäfer und der Sohn hat, nach allem was ich weiß, diesen Beruf auch erlernt, so wie später sein jüngerer Bruder Karl, der als Wanderschäfer nach Frankreich zog.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Wilhelms Mutter Christine Magdalene hatte viele Kinder. Eines war im Alter von 2 Jahren gestorben. Auch das hat sie eingetragen, hinten in die Familienbibel, Geburten, Eheschließungen, Todesfälle.
Und nun - der Älteste, der Sohn, der nach altem Brauch den Namen des Vaters trug.

Für ihn musste sie schreiben: "gestorben durch Herzschuss in Russland".
Was das für sie bedeutet hat, kann ich nur erahnen. Mehr maße ich mir nicht an.
Für Wilhelm hoffe ich, dass es schnell ging, dieser Tod durch Herzschuss.
Was mögen seine letzten Gedanken gewesen sein? An wen hat er gedacht?
Hatte er zuhause eine Freundin?
Wo wurde er begraben, wenn überhaupt? Und wo?
Aber: Hat auch er abgedrückt, getroffen,  Menschen erschossen? Und wenn ja, wieviele?
Ist er begeistert in den Krieg gezogen mit Blumen im Gewehr? Oder doch mit Furcht und Sorge?

Fragen über Fragen. Es is t niemand (mehr) da, den ich fragen könnte.
In anderen Familien gibt es mehr an Erinnerungen, Tagebücher, Briefe.
Ich verlinke hier zur Predigt eines Kollegen der badischen Landeskirche, die mich sehr berührt.

Fragen über Fragen. Ich weiß fast nichts über Wilhelm H.

In einem aber bin ich überzeugt: Was da geschah und verherrlicht wurde,
17jährige Knaben in den Krieg zu schicken, sie das Töten zu lehren; ihren Tod in Kauf zu nehmen, ist gegen alles, was recht und gerecht ist vor Gott und vor den Menschen. Das ist ein Verbrechen.
Wählen durften übrigens im Deutschen Kaiserreich nur Männer nach Vollendung des 25. Lebensjahres.
Im Krieg töten und sterben dagegen schon mit 17.
Um die Getöteten weinen durften auch die Frauen. Wählen durften sie nicht. Weil sie Frauen waren.

Den Tod, das Blut dieser Knaben kann kein weißer Handschuh verdecken.
Für wen oder was sind sie gestorben? Nein, die Bösen sind nicht immer nur die Anderen.

Söhne regierender Häuser und reichsunmittelbarer Familien waren übrigens, so habe ich heute erlesen, von der Wehrpflicht ausgenommen.
17jährige Schäferbuben nicht.

Wilhelm H. war mein Großonkel.
Ich kannte ihn nicht.
 
 Eine Kerze für ihn und die Millionen von Toten,
auch zur Mahnung, Wege und Werte des Friedens zu suchen und einzuüben und einzustehen gegen Gewalt und Hass. Heute und Morgen und Übermorgen.


Sonntag, 4. November 2018

Waffelpique....

.... habe ich zum ersten Mal vernäht.
Ein großes Stück in hellem Grau -
daraus entstanden 4 Geschirrtücher und 3 Waschhandschuhe.

Eine gute Gelegenheit um die hohe Kunst des Bindings zu verbessern, diverse Techniken auszuprobieren und zu üben.

Dafür habe ich je nach Technik 5-6 cm breite Streifen aus Resten geschnitten, zu langen Stücken aneinandergenäht und angenäht.
Ein Tuch wurde mit den immer noch vorhandenen Resten des Stoffes mit den kleinen grauen Elefanten umsäumt und bereits verschenkt.
Aber nun gibt es wirklich nur noch 1 einziges kleines Stück dieses Stoffes, aus dem so vieles entstanden ist: Kissen, Tasche, Täschchen, Quilt....
Die Waschhandschuhe gingen dann ratzfatz. Oben den gefalteten Streifen angenäht, umgesäumt, einen Aufhänger eingelegt und mit der Overlock genäht.

Gar nicht grau, sondern feuerrot schmückt diese Amaryllis das Fenster mit 10 Blüten!
Die Gartenarbeit nähert sich  dem Ende, wobei allerdings noch viel Verunkrautetes ganz hinten zu bearbeiten wäre. Vorrangig ist allerdings, endlich die von Handwerkern verschleppte Balkonsanierung beenden zu können. Und immer noch Laub, das gekehrt werden muss.

Kreative Pläne habe ich mehr als genug und mehr als Zeit...
Geschenke und anderes; der Row by Row-Quilt und ein Mystery auf ravelry, in der Handschuhgruppe. Dafür werde ich dann die norwegische Handschuhwolle verwenden...

Dienstag, 30. Oktober 2018

Es ist Amarylliszeit...

... auf dem Fensterbrett von Frau Allerleisocken.
Eine übersommerte Amaryllis hatte ja bereits im Sommer geblüht.
Die vielen anderen ruhen nun in dunklen Kartons und ich warte der Triebe, die da kommen.
Aber Herbst so ganz ohne Amaryllis? Das geht gar nicht.
Ganz in rot ist im Moment das Fensterbrett.

Draußen färbt sich das Laub der Kirsche rot - und drinnen blühen zwei Alpenveilchen und die Amaryllis öffnet ihre Blüten.