Montag, 11. Januar 2010

Wurstknöpfle

Weil jetzt wieder der Alltag beginnt,
weil es draußen so kalt ist -
und weil, wer oft auch im Freien ist, etwas Warmes braucht -
gibt es bei uns heute eines der schwäbischsten aller schwäbischen Gerichte: WURSTKNÖPFLE

Dazu nehme frau:

- eine große Schüssel
- 1 Päckle /250g) Semmelwürfel
- 3 Eier und übergieße dies mit
- 1 Tasse kochendheißer Milch


- dazu Pfeffer und Salz und
- eine Messerspitze meines heißgeliebten "Ghana-Gewürzes" (red pepper, so was wie Chili!)
sowie:


- etwa 300 g kleingewürfelte Schinkenwurst vom Metzger des Vertrauens
- und eine ordentliche Portion ebenfalls gewürfelte Zwiebeln. Die Zwiebeln können ersetzt werden durch:
- Frühlingszwiebeln
- Lauch
- Gartenkräuter aller Art.  Jedesmal eben eine andere Geschmacksvariante.

Das ganze wird gut durchmengt. Wenn der Teig zu feucht ist, wird er mit Semmelbröseln oder Mutschelmehl angedickt, bis der Teig schön fest ist. Dann glättet frau ihn mit feuchten Händen und lässt ihn ein Weilchen ruhen.

Schließlich werden mit feuchten Händen schöne Knödel nicht nur geformt, sondern auch hin-und hergerollt, damit sie später nicht zerfallen.


Nun werden die Knödel vorsichtig in einen großen Topf mit Brühe gegeben.
Als Allergikerin verwende ich selbstgekochte Brühe aller Art, die nur mit absolut naturbelassenen Zutaten zubereitet wird. Allerdings bin ich auch gegen Sellerie allergisch, was auf einen Verzicht desselben führt;
und auch auf Beifuß muss in einem solchen Fall  verzichtet  werden.

Heute hatte ich das Glück eine eingefrorene, vom Hausherrn persönlich zubereitete Rindfleischbrühe als Basis verwenden zu können, gestreckt  mit Wasser unter Zugabe von Salz und einer grob geschnittenen Zwiebel.
Das Ganze darf nun keineswegs kochen wie Waschwasser!!!!!, sondern nur vorsichtig köcheln, am allerbesten nur ziehen.

Nach etwa 20 Minuten sind die Knöpfle fertig und können  serviert werden - und wie es sich für Schwaben gehört (und ich weiß durchaus wie schrecklich das folgende Bild auf alle nördlichen Gemüter wirkt....):
 
Mit in der Brühe schwimmendem

KARTOFFELSALAT

(zubereitet aus Kartoffeln, Salz, Pfeffer, Essig, Öl,
etwas Brühe und nichts Anderem)










und eigentlich ....
..... war als Nachtisch folgendes vorgesehen:

Nein, kein Dessert im Schnee - sondern einfach Verwertung diverser Reste und Grundvorräte:
250 g Quark,
ein Rest Frischkäse Natur
1 Spritzer Milch (roh, beim Bauern geholt)
1 Prise Zimt
1 guter Löffel brauner Rohrzucker
alles gut durchgerührt,
dazu aufgefrorene Himbeeren (das einzige, was es dieses Jahr im Garten reichlich gab),
schichtweise eingefüllt;
eingebröselt und oben dekoriert mit je 2 restlichen Weihnachtsplätzchen.

Allerdings, ich war schon nach den Wurstknöpfle so satt,
dass der Nachtisch wohl bis heute abend warten muss.

Ich wünsche nun allerseits einen guten Appetit und evtl. Lust zum Nachkochen!

Kommentare:

beatesbox hat gesagt…

ach was lecker, ich schmelze dahin.
Und das mit dem Kartoffelsalat machen wir auch immer so!
Schwaben halt!!!
A liebes Grüßle Beate

Brigitte hat gesagt…

Hallo Ingrid, obwohl ich ja Schwäbin bin, kannte ich das noch nicht! Das finde ich sehr gut, und jawohl, wir brauchen Kartoffelsalat, wie du ihn beschrieben hast. Ein perfektes, gutes Dessert dazu! Und alles mehr oder weniger aus der Bevorratung!

Fand diesen Rezeptpost übrigens sehr hübsch dargestellt!

Lieben Gruss, Brigitte

boutonacre hat gesagt…

Liebe Ingrid,
schön, diese schwäbischen Rezepte und schön, dass sie doch noch auch von anderen gekocht werden.

Dir gute Besserung für deine beginnende Erkältung.
LG
Sandra

Tina hat gesagt…

Mmmhh das hört sich lecker an. Mein Mann ist auch ein waschechter Schwabe, aber das Rezept hat er mir bisher unterschlagen. Ich glaube ich überrasche ihn mal damit und schaue wie er reagiert :-)

Liebe Grüße
Tina

Titania hat gesagt…

Ich habe mir gerade alle deine gestrickten Handarbeiten angesehen. Ich bin immer wieder perplext wie du das alles schaffst. Ich weiss sticken und stricken "takes ages"! Alles sieht super aus. Der Schal ist wunderschoen. Ich habe vor mehr als 20 Jahren mal einen Pulli aus Seide und Cashmer gestrickt. Er ist auch federleicht und ich trage ihn manchmal im Winter, wenn es das Wetter erlaubt.

Auch das kochen kommt nicht zu kurz bei dir. Ich mag Knoedel oder Spaetzle. Jetzt ist es zu heiss hier fuer diese Spezialitaeten, aber der Winter kommt auch hier.

Bärentatze hat gesagt…

Hallo Ingrid,

ich komme aus dem Rheinland und bin doch etwas verwundert das man sowas wie Semmelwürfel bei euch kaufen kann.

Sowas muß man hier aus Restbrot oder Brötchen selbst herstellen.

Ansonsten sieht das Rezept wirklich lecker aus.

lg
Sabine

Sunsy hat gesagt…

Aha... interessant... *lach* - aber ich glaube, das ist tatsächlich nur etwas für Schwaben ;)

Deine Mütze sieht übrigens toll aus!

glg, Sunsy

KnitAngel hat gesagt…

Danke für das sehr appetitanregende Rezept und die schönen Fotos. Auch ich beneide dich (als Kölnerin) um die Möglichkeit, Semmelwürfel 'fertig' kaufen zu können. Aber dass ich selbst Brot trocknen und schneiden muss, wird mich nicht davon abhalten, dein Rezept nachzukochen.
Lieben Gruß
angelika

Judith's La Strickeria und Strickclub hat gesagt…

grüss dich ingrid
gerade bin ich auf deine seite gestossen. schon ewig wollte ich mich mal an selbstgemachte knödel heranwagen, mit deinem rezept werde ich es mal versuchen. vielen vielen dank dafür