Freitag, 2. April 2010

Karfreitagslieder....

... gehen ihren Weg.... unseren Weg...... SEINEN Weg......
.... führen ins Kreuz, halten dort an, halten aus,
Leid, Schmerz und Tod.... halten aus... Täter und Opfer.... Einsamkeit.... Sprachlosigkeit....
das Unerträgliche....
Und doch Karfreitagslieder gehen weiter, sie künden schon mehr....
mehr als der Tod, mehr als wir wissen, mehr als vielleicht auch ER wusste oder zu hoffen wagte....
Karfreitagslieder gehen ihren Weg.... SEINEN Weg .... sie halten ein; sie halten aus ....Mutige Worte, die auch von Schuld reden,
von persönlicher Schuld, aber auch vom Verflochtensein in Zwänge, in Strukturen, in denen wir uns schuldig machen, ob wir wollen oder nicht... (Billige Güter und Armut in den Länder, die diese produzieren sei nur ein Beispiel...)
Karfreitagslieder setzen dagegen, sie sprechen aus... Worte des Lebens gegen Sprachlosigkeit und Gewalt, Licht gegen das Dunkel....,
Schuld darf bekannt werden, Vergebung erhofft.... Umkehr, Buße wird möglich....

Lesen wir, Paul Gerhardt, 1656, wenige Jahre nach dem 30jährigen Krieg:
Oh, Haupt voll Blut und Wunden, voll Spott und voller Hohn,o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,
o Haupt sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hochschimpfieret, gegrüßet seist du mir.

Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut, das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht?

Nun, was du Herr, erduldet, ist alles mein Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat. Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.

Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür.
Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

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