Sonntag, 23. November 2014

Wichteleien.....

 Auch dieses Jahr wurde in der Schwarzwaldtreffen-Strickgruppe gewichtelt.
Wieder vorzüglich organisiert von Beate; das Teilnehmerinnenfeld recht klein und überschaubar.
Das Päckchen kam gerade recht, denn erstens war ich ausnahmsweise mal zuhause, als die Post kam und zweitens am Ende einer arbeitsvollen Woche mit dem Ausblick auf ein ebenfalls arbeitsreiches Wochenende. Wie gerade immer.
Mein Wichtel muss dies gewusst haben, denn
ALLES, was im Päckchen war, weist auf die 3 Worte hin: Ruhe, Entspannung, Loslassen...
Erst einmal die Karte; kurz und knapp unterschrieben, keine Hinweise, wer die Wichtelin ist,
aber sie kennt  mich wohl ganz gut....

 
Wolle in meinen Farben - blau und grün....
Kräutertee zum Entspannen und besser schlafen...
Winterduft, vielleicht zum Räuchern....
ein Kartenkaleidoskop, hintendrauf schöne Texte, alte Choräle, die ich so sehr mag....
ein Büchle zum Reinschreiben, so Allerlei, was das Leben so bringt...
Weihnachten mit witzigen Zeichnungen und schließlich der Ausblick aufs Neue Jahr...

Mein Wichtel hat mir große Freude bereitet - und ich will sie mir gerne immer wieder nehmen -
die Momente der Ruhe, des Nachdenkens, des Durchatmens...
Danke, lieber Wichtel.

Samstag, 22. November 2014

Wildflower Cowl

... wieder mal: testgestrickt.....
aus der großen Restekiste....
ca. 100g Trend Deluxe von SMC/Schachenmayr und weißer Rest unbekannter Art.
Ein Cowl zum Reinschlüpfen und sich warm und wohl fühlen,
schnell und unkompliziert, jetzt, wenn es so langsam doch kalt wird....

Freitag, 21. November 2014

Freitagsblumen sind es eigentlich keine...,

eher Montagsblumen.
Am Montag habe ich sie bekommen,
am Freitag endlich fotografiert. Ich schicke sie zu Holunderblütchens FlowerFriday.....
1 schöne große Hortensie....
 Novembergrün und Beiwerk: Efeublätter und - früchte; Heidekraut ...
in der dunkelblauen Vase....
flankiert von meiner schönen Räucherlampe, 
die abends ihren Duft abgibt; selbstgesammelte Blüten und Blätter,
Gewürze wie Sternanis, Kardamom und Zimt....
Zusammen steht es auf der altrosa Hardangerdecke,
 die ich vor vielen Jahren gestickt habe.
Herbstlich - Gedämpft, noch kein Advent. Der kommt. Bald.

Und morgen gibt es wieder ein Strickwerk....

Montag, 10. November 2014

Halswärmer mag ich sehr....

vor allem, wenn sie so weich und kuschelig sind wie dieser.


Einfach drüberziehen, dann ist beim nicht allzu warmen Shirt der Ausschnitt bedeckt -
und frau von oben her warm.
Dazu noch Gäderstutzen an die Arme - und alles ist gut.

Gestrickt ist beides aus Filace Lolita, reinstes Alpaca - zusammen knapp 100g.

Einfach nur glatt rechts im Kreis, über etwa 80 Maschen mit Nadel Nr. 5 -
die große Nadel macht das Gewebe fein und weich;
 die Stulpen  gestrickt mit 4erNadeln sind wesentlich fester und härter.
Das sollen sie auch sein, damit sie nicht leiern.
Aber schöner, flauschiger wirkt alles eben so.

 Die Rosen zur Verzierung sind gehäkelt:
 18 LM, die mit je 2 fM verdoppelt werden.
Das reicht für die kleine Blume; bei der großen werden auch alle fm nochmal verdoppelt,
aber mit Stäbchen.

Sonntag, 9. November 2014

Vor 25 Jahren....

.... war ich 27!
Und lebte und arbeitete mitten im Schwabenland
Ich war Mutter eines 10 Monate alten Kindes; Pfarrerin und Lehrerin an einem Tübinger Gymnasium.
Ich hatte keine DDR-Verwandtschaft. Deshalb war ich das erstemal "drüben" auf der üblichen Berlinstudienfahrt in der 12. Klasse; 2mal in Ostberlin, über den Bahnhof Friedrichstraße mit den Warnungen der Lehrer im Ohr, die im Jahr zuvor dort große Probleme wegen eines "frechen" Schülers hatten. In einer Ausstellung wurden uns all die "Bruderstaaten der DDR" auf einer Karte gezeigt und Klassenkamerad Erhart meinte: "Da fehlt Afghanistan". Die Lehrer wurden ganz weiß im Gesicht, passiert ist nix.
Flötennoten habe ich mir vom Ostgeld gekauft, und meiner Freundin noch welche mitgebracht, die mir einen Auftrag gegeben hatte und einen Tipp, wo ich da eine schöne Auswahl hätte.
Weil mein Ostgeld etwas knapp war, fragte ich die Verkäuferin, ob ich auch mit Westmark bezahlen könne. Ja, sagte sie, aber bitte nicht so auffällig.
Ich hoffe, sie hat das Geld ebensowenig auffällig gegen ihre eigenen Münzen austauschen können und sich von den Westmark was Nettes gekauft.

DDR-Verwandtschaft, die lernte ich dann im Elternhaus meines Mannes kennen bzw. an unserer Hochzeit. Die Frau des Onkels durfte nicht mitkommen; nur er allein. Ansonsten Tanten, die alle schon im Ruhestandsalter waren.
Herbst 1987 fuhren wir rüber, nach Finsterwalde zuerst, nach Bautzen und Dresden. Überall große Herzlichkeit und Gastfreundschaft. In Finsterwalde habe ich mir zwei Flöten gekauft, eine Sopranino und eine Altflöte (ach, spielen sollte ich auch mal wieder).
Irgendwann, in Bautzen, glaube ich, war es,  sagte mein Mann zu mir: Du bist so still, was ist denn los?
Er kannte ja die DDR von Kindesbeinen an, jedes Jahr waren sie rübergefahren, ganz treu, meist an Ostern. Aber ich?
Ich war überwältigt vom Ruß der Braunkohlewerke, von all dem Fremden, von alter Schönheit und Verfall, von Herzlichkeit und durchaus auch wahrgenommener Distanz in Lokalen und Läden. Von der Behörde, auf der wir uns anmelden mussten, weil wir Verwandte besuchten. Das hat mich still gemacht, ich musste Eindrücke sammeln und verarbeiten.
In Dresden sind wir Trabi gefahren, über Land bis zur Bastei, im Nebel, ganz mystisch. Ich saß hinten, irgendwie quer, der langen Beine des chauffierenden Onkels wegen.
Die Semperoper haben wir von "hinten" besichtigt. Wir waren hinter dem Zuschauerraum, in der Technik; sahen das  komplette Opernhaus  - und zwar in einer Privatführung. Nur wir 4 und der Bekannte des Onkels, der dort arbeitete und uns alles zeigte.  Das war schon was. Etwas ganz besonderes.
Die Gemäldegalerie, das Grüne Gewölbe, die Elbterrassen; die Tante und ich haben Kultur genossen, die Herren gingen lieber ins Verkehrsmuseum. Wir sahen die Hofkirche, die gerade wieder aufgebaut wurde - und die Frauenkirche. Als mahnende Ruine. Ein großer Haufen Steine.
Alles festgefügt. Scheinbar für immer. Nicht für ewig. Jahre später, nach der Konfirmation der Tochter, sah ich sie wieder. Weitgehend aufgebaut in neuem Glanz. In der Semperoper saßen wir im Zuschauerraum, ganz oben auf der Zwetschgendarre und hörten die Zauberflöte.
Völlig normal.Nur 15 Jahre später, denn die Tochter war nun 14 und dies war unser Geschenk zur Konfirmation: Eine Reise nach Dresden mit der Zauberflöte; Schloss Moritzburg, das Aschenputtelschloss.... und Leipzig mit dem Gasometer und dem Everestpanorama.

Im Herbst 1989, irgendwann Ende Oktober, bekamen wir einen Brief des Onkels mit beigelegtem Zeitungsausschnitt, in dem über eine Demo in Dresden berichtet wurde. Da wusste wir, lange geht das nicht mehr.
Trotzdem, am 9. November kam alles überraschend - ich erinnere mich noch an die Livesendung im Fernsehen, wie die Menschen an der Mauer lachten und tanzten, und irgendwann erschien dann Walter Momper, strahlte über das ganze Gesicht und die Glatze....
In den Monaten darauf war bei uns im Haus dann irgendwie immer Besuch, unten beim Schwiegervater, der wohl alles in allem ein halbes Jahr im Wohnzimmer schlief, weil der Besuch in seinem Schlafzimmer untergebracht war; oben bei uns. Wir waren Anlaufstelle für viele; er hatte ja immer gesagt: Wenn ihr mal kommen dürft.... und wohl selber nie damit gerechnet, dass da auch mal junge Leute kommen dürften, Kinder, Jugendliche, Familien und nicht nur die Rentner. Oder nur mit Sondererlaubnis zu einer Beerdigung. Das war das Traurigste; dass erst dann Leute kommen durften, die sonst nicht durften; weil sie produktiv waren und obwohl sie nie die Absicht hatten nicht zurückzukehren; um Toten die Ehre zu erweisen, denen im Leben zu begegnen nur mit viel Aufwand möglich war.

Trotz aller Probleme, die wir hatten in diesen 25 Jahren, im Zusammenwachsen und im Zusammenleben.
Heute ist ein Freudentag, ein Tag der Dankbarkeit.
Ich meine, es sind 2 Dinge, für die ich vor allem dankbar bin.
Zum einen - kein Mensch ist durch Gewalt gestorben in diesen Wochen des Umsturzes und der Umwandlung. Eine unblutige Revolution, singulär wohl in der Geschichte der Menschheit.
Angesichts der vielen Toten an der Mauer und an den Grenzstreifen und wohl auch in den Gefängnissen, kann das gar nicht hoch genug geschätzt werden.
Zum anderen - für die Nachgeborenen ist es heute selbstverständlich, dass Deutschland Deutschland ist, dass Leipzig, Stuttgart, München, Dresden alle irgendwo in Deutschland liegen.
Wenn 8klässler nicht wissen, welches die NEUEN Bundesländer sind, ist dies zwar ein Zeichen, dass sie nicht aufgepasst und nix gelernt haben, zugleich aber auch ein Zeichen für die Normalität, in der sie leben. Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern; klar, beides liegt in Deutschland.
Das ist gut so.
Gott, mit dessen Hilfe Menschen Mauern überspringen und auch abreißen können,
sei LOB und DANK.

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